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Herr Johannes Schmelz Verwaltungsgemeinschaft Gemünden a. Main


 


 

Luftbild-Karsbach

(Foto: A. Spreng © 2009 Film-Photo-Ton Museum, 97737 Gemünden a. Main)

 

Karsbach - Aus der Geschichte -

 

Karsbach ist eine sehr alte Siedlung. Bereits 823 wird es als "VILLA CARAGOLTESBACH" erwähnt, wo ein "Iring" dem Kloster Fulda Land schenkt. Im Jahre 824 wurden dem Kloster Fulda 10 Morgen Land geschenkt und zwar auf der Gemarkung "KAROLTESBACH" im ASCHFELDGAU. Um 840 soll Gisela, die Tochter des Grafen Hessi, Gemahlin des Grafen Unuan, ein Frauenkloster hier gegründet haben, das aber bald wieder einging.

 

Im 12. Jahrhundert haben das Kloster SCHÖNAU, die Grafen von RIENECK und von HENNEBRG  Besitzungen in Karsbach, im 13. Jahrhundert auch die HOHENBERGER (Homburg). Bereits 1159 wird ein Eggihard de KAROLDESBACH als Zeuge genannt, 1283 ist Gerlach von KARLSPACH rieneckischer Zeuge. Die VON KARSBACH waren wohl ein rieneckisches Dienstmannengeschlecht. Sie hatten ihre Besitzungen, meist Eigengut oder würzburgische Lehen, weit verstreut in der Umgebung. Teils standen sie auch in Dienstes des Hochstiftes Würzburg oder waren Klosterangehörige. Um 1590 starb das Geschlecht mit Walburga von Karsbach, verheiratet mit Dietherr von Rosenbach, in Hessen aus. Erhalten blieb nur der Grabstein des Christoffel von Karsbach (+ 1517) im Kloster HIMMELSPFORTEN in Würzburg.

 

Die Nachfolger der von Karsbach waren die WOLFF VON oder ZU KARSBACH. > Grabsteine in Karsbach (Hans W. z. K + um 1574), in Heßdorf (Anna Katharina W. z. K. + 1628, Frau des Hartmann W. z. K.) und Hammelburg ( Tochter u. Sohn, + 1626, des Hartmann W. z. K., fuldischer Amtmann auf Saaleck). Wegen einer unglücklichen Bürgschaft 1604 für die Thüngen wurde ihr Besitz in Karsbach und Umgebung an das Ritterstift Komburg verpfändet. 1654/57 verlor ihn Johann Reinhard Wolff zu Karsbach an das JULIUSSPITAL in Würzburg. Bemühungen seiner Erben um Rückkauf blieben erfolglos (Prozess 1661 - 1738). Das Juliusspital verpachtete das Hofgut, das aus einem adeligen Haus, der Oberen Mühle und mehrerer Hofraithen zu Karsbach und Heßdorf bestand,  von 1658 - 1803 und ließ es von seinem Vogteiamt in WINDHEIM verwalten.

 

Bis 1803 gehörte Karsbach zum würzburgischen AMT und zur würzburgischen CENT HOMBRG ob der Wern. Die Karsbacher Mühlenordnung galt auch für die anderen Mühlen im Amt Homburg. Karsbach besaß ein eigenes Dorfgericht. Die Lehensgrundherrschaft war sehr aufgesplittert. Anteil daran hatten auch die Pfarrei Karsbach und die Frühmeßstiftung.

 

1780 fielen Karsbach bei der Aufteilung der Homburg das Feld und der Innenhof der Burgruine zu. Im 18. Jahrhundert waren der Haupterwerb der Bewohner der Wein- und Flachsanbau. > Gemeindewappen mit Flachsblüten.

 

1796 blieb Karsbach beim Durchmarsch französischer Truppen unter Jourdan nicht verschont. Ihre Plünderungen und Gelderpressungen machten auch vor Kirche und Pfarrer nicht Halt. Pfarrer Johann Adam Neukel wurde durch einen Degenstoß derart verwundet, daß er kurz darauf verstarb.

 

Kirchlich gehört Karsbach ursprünglich zur Urpfarrei Eußenheim- Aschfeld. Bereits 1295 ist es aber selbstständige Pfarrei. Bei einer Schenkung in diesem Jahr über Güter in Mettelndorf  (Wüstung bei Karsbach) wird ein "Burkardus plebanus in Karlsbach" genannt. Zur Pfarrei Karsbach gehörter teilweise mehrere Filialen: Heßdorf, Adelsberg, Seifriedsburg, seit 1614 nur noch Weyersfeld. Das Patronatsrecht über die Pfarrei hatte das Domkapitel in Würzburg.

 

Unter Fürstbischof Julius Echter entstand eine neue Kirche. Als 1723 ein großer Ortsbrand wütete, brannte auch diese nieder. 1726 wurde sie größer im Barockstil wieder aufgebaut. Der Turm  mit dreiseitig geöffneter Vorhalle und Barockkuppel kam erst 1783 an die Westseite des Gotteshauses. Bemerkenswert von der barocken Innenausstattung sind das Bild der Kirchenpatronin St. Gertraud von F. H. Zaner (1746) am Hochaltar und die seltene Darstellung der Muttergottes und des Hl. Nepomuk von Georg Sebastian Urlaub (1724) am linken Seitenaltar. Erhalten blieben auch der reich ornamentierte Taufstein und die geschnitzte Kommunionbank. 1882 wurden die Altäre und die Kanzel im neuromanischen Stil umgestaltet und das Kircheninnere von Pfarrer Karl Hofmann selbst ausgemalt. Diese Ausmalung wurde bei der Renovierung 1934 wieder entfernt. 1980 wurde der Chorbereich der Kirche wegen des instabilen Untergrundes durch lange Wurzelpfähle gesichert. Seit 1981 wohnt kein Pfarrer mehr in Karsbach. Dennoch wurde das 1717 erbaute Pfarrhaus gründlich renoviert und in den Nebengebäuden ein "Jugendhäusle" eingerichtet.

 

Eine entscheidende Veränderung des Ortsbildes in der Dorfmitte erfolgte durch den Abriß des Schulgebäudes und des Lehrerwohnhauses neben der Kirche  (nach 1975) und dem Bau des Gemeindehauses an der Kreuzung der Dorfstraßen (19..). Außerdem entstand jenseits des Kühbachs ein sich ständig vergrößerndes Siedlungsgebiet.

 

1978 schlossen sich die vier Bachgrundgemeinden Weyersfeld, Höllrich, Heßdorf und Karsbach zu einer Großgemeinde zusammen. Nach dem größten Ortsteil erhielt die neue Gemeinde den Namen KARSBACH.

 

Quelle: Werner Fella